Galerie 2016-07  

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Kaltwasser-Geysir Andernach

auf der Namedyer Werth

 

Ja, Sie haben richtig gelesen. Solch eine Naturerscheinung gibt es nicht nur auf dem fernen Island oder dem Yellowstone-Nationalpark sondern auch hier bei uns in der Nähe von Andernach am Rande der Vulkan-Eifel auf der Halbinsel Namedyer Werth (= Insel), wo sich schon im Jahre 859 die drei Könige Karl II. (der Kahle), Ludwig II. (der Deutsche) und Lothar II. getroffen haben, um das Phänomen des aus dem Boden austretenden Gases CO2 (Kohlendioxyd) zu bestaunen und das leicht salzige Mineralwasser zu genießen.  Schließlich bohrte man im Jahre 1902 das Phänomen an und erhielt so einen Kaltwasser-Geysir von etwa 40 Metern Höhe, der bis 1957 funktionierte. 2001 wurde erneut eine Bohrung bis auf 350 Metern niedergebracht und gegen den hinhaltenden Widerstand von alten greisenhaften und störrischen Naturschützern 2006 in Betrieb genommen. Seitdem springt der Geysir tagsüber wieder im natürlichen Rythmus bis zu 60m hoch !  Nachts wird er mit einem Schieber verschlossen.

 

Im Guinness-Buch der Rekorde ist der Kaltwasser-Geysir Andernach als höchster Kaltwasser-Geysir der Welt eingetragen. Geworben wird mit "Höchster Kaltwasser-Geysir seiner Art"!

 

Zunächst einige Bilder vom Geysir, danach Blicke auf und von

Andernach und Leutesdorf

 

Zum Vorgang:
Das 350m tiefe Bohrloch hat sich seit dem letzten Ausbruch bei hohem Druck von 35 bar am Boden langsam mit CO2-gesättigtem Wasser gefüllt (ca. 1,1 Liter pro Minute). Hat die Wassersäule fast den oberen Rand erreicht, werden durch den niedrigeren Druck im oberen Bereich des Bohrlochs schnell viele CO2-Gasbläschen frei, so dass schließlich Wasser mitgerissen wird und oben ausläuft, und zwar mehr als unten am Boden nachfliessen kann. Dadurch sinken der Wasserpegel und der Wasserdruck im Bohrloch rapide. Es bilden sich zum Teil meterlange Gasblasen im Bohrloch. Wie in einem Lawineneffekt wird immer schneller CO2-Gas frei wird und dieses reißt immer mehr Wasser mit sich, das wie durch eine Düse getrieben oben austritt,  bis schließlich das Bohrloch fast entleert ist. Dann beginnt der Vorgang von Neuem.

 

Die Säule entwickelt sich.

Der "Seifenschaum" ist das Bohrlochwasser, dass

sich weiterhin entgast und

dadurch wundersame Schaumgebilde erzeugt.

 

Das Bohrloch ist mit Lavagestein verkleidet.

 

Bis zu 60m schießt die Säule schließlich empor.

 

Mitgerissenes Wasser entgast hoch oben

in der Luft

 

und bildet wunderbare Formen!

 

 

 

 

 

Staunen !

 

 

Falls Sie einen Blick auf die romantische Umgebung erhaschen wollen, dann

 

weiter zum Blick auf Andernach und Leutesdorf

 

 

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Letzte Änderung:  06.08.2016 11:32:02   -  Copyright Ulrich Perwass 1991/2016.    Alle Rechte vorbehalten